Der Wertekreis

Ein farbiger Kreis mit 6 Sektoren: Grundbedürfnisse (pink), Beziehungen (rot), Selbstwert (gelb), Transformation (grün), Haltung (stahlblau), Bestimmung (dunkelblau). Durch alle Sektoren zieht sich ein gezeichneter Baum mit Wurzeln, Stamm, Blättern, Blüten, Früchten und Sonne und Wolken. In der Mitte des Kreises der Schriftzug: Der Wertekreis

Entwicklung

Die Wurzeln des Wertekreises gehen in das Jahr 1943 zurück. Hier veröffentlichte der amerikanische Psychologe Abraham Maslow sein sozialpsychologisches Modell der Bedürfnispyramide.
Es beschrieb in einer vereinfachten, hierarchischen Struktur die menschlichen Bedürfnisse und Motivationen.

55 Jahre später, im Jahr 1998, griff der Brite Richard Barrett die Idee der Maslowschen Bedürfnispyramide in seinem Buch „Liberating the Corporate Soul: Building a Visionary Organisation“ auf und entwickelte sie zu seinem Modell der sieben Ebenen des Bewusstseins weiter. Parallel dazu stellte er mit den Cultural Transformation Tools (CTT) ein Werkzeug vor, mit dem kulturelle Werte sichtbar und messbar werden.

Als Certified CTT-Consultant arbeite ich seit 2014 mit den Cultural Transformation Tools in gemeinnützigen Organisationen und stelle immer wieder fest, dass das Modell der sieben Ebenen des Bewusstseins Menschen im Dritten Sektor nicht tiefgreifend genug erreicht.

Rückmeldungen wie „Das ist uns zu abstrakt.“ oder „Geht das nicht auch einfacher?“ haben dazu geführt, dass ich gemeinsam mit meinem Werteteam der Frage nachgegangen bin, ob es nicht möglich ist, sich den Cultural Transformation Tools mit einer vorgeschalteten Ebene spielerisch anzunähern.

Ergebnis

Das Ergebnis ist Der Wertekreis verbunden mit dem Werte-Kartenspiel.

Sechs Kreissektoren lösen die, auf den ersten Blick, hierarchische Struktur des Barrett-Modells auf und nehmen den unbewussten Druck, an der Spitze auf Ebene 7 ankommen zu müssen.

Jede Spielkarte ist einem der sechs Sektoren zugeordnet. Die Zuordnung finden die Spieler*innen auf der Rückseite der Spielkarten. Sind sie der Meinung, dass die Karte besser einem anderen Sektor zugeordnet ist, legen sie sie dort ab. 

Ziel ist es, die wichtigsten persönlichen oder gemeinschaftlichen Werte sichtbar zu machen und darüber ins Gespräch zu kommen. Im Idealfall verteilen diese Werte sich auf alle Sektoren und bilden damit das volle Spektrum ab. 
In der Praxis sind allerdings oft Schwerpunkte in einzelnen Sektoren zu finden, die mögliche Entwicklungspotenziale andeuten.

Verfolgt eine Organisation im Dritten Sektor das Thema kulturelle Werte langfristiger, gelingt der Einstieg über den Wertekreis spielerisch und kann zu einem späteren Zeitpunkt in einem Cultural Assessment des Barrett Values Centre münden. 

Der Wertekreis in der Praxis

Der Wertekreis setzt sich aus sechs unterschiedlich farbigen Sektoren zusammen, denen jeweils eine Fragestellung zugeordnet ist:

Grundbedürfnisse | Wurzeln

Fragestellung: Was ist für dich unabdingbar, um dein Leben selbstbestimmt zu gestalten?

Beziehungen | Nahrung

Fragestellung: Welche Menschen sind dir in deinem Leben wichtig?

Selbstwert | Wachstum

Fragestellung: Welchen Platz nimmst du in der Gemeinschaft ein?

Transformation | Blüten

Fragestellung: Was hat sich in deinem Leben bewährt? Was möchtest du ändern?

Haltung | Früchte

Fragestellung: Wie lebst du deine Überzeugungen?

Bestimmung | Sonne

Fragestellung: Welche Ideen möchtest du in die Welt tragen?

Der Wertekreis in Verbindung mit dem Werte-Kartenspiel

In Verbindung mit dem Werte-Kartenspiel können Einzelspieler*innen und Gruppen ihre persönlichen Werte in Bezug auf eine Fragestellung erkunden und darüber ins Gespräch kommen.

Fragestellungen können z.B. sein:

  • Was treibt dich an?
  • Was macht uns als Team, Familie, Sportmannschaft etc. aus?

Jede Wertekarte aus dem Kartenspiel ist einem Sektor zugeordnet. 
Nachdem die wichtigsten Werte gefunden sind werden die Spielkarten umgedreht und dem entsprechenden Sektor zugeordnet.

Alternativ können die Spieler*innen selber bestimmen, welche Werte sie welchen Sektoren zuordnen wollen.

Aus der Zuordnung der Karten können weitere Fragen abgeleitet werden, die den Spieler*innen Klarheit in Bezug auf ihre im Vorfeld festgelegte Fragestellung geben.


Die Idee und die Gestaltung des Werte-Kartenspiels und des Wertekreises sind urheberrechtlich geschützt.