Wertearbeit mit dem Wertekreis - einfach erklärt

Was ist Wertearbeit mit dem Wertekreis?
Wertearbeit mit dem Wertekreis ist eine strukturierte Methode, um persönliche und gemeinsame Werte sichtbar und besprechbar zu machen.
Sie unterstützt Menschen dabei,
- Orientierung zu gewinnen
- Entscheidungen bewusster zu treffen
- Selbstwirksamkeit zu stärken
- Konflikte besser zu verstehen
- Gemeinschaft aktiv zu gestalten
Im Mittelpunkt steht nicht die Bewertung von Werten, sondern deren Wahrnehmung und Reflexion.
Besonders in der Schulsozialarbeit, in Schulen und in pädagogischen Kontexten eröffnet Wertearbeit neue Möglichkeiten für Dialog, persönliche Entwicklung und gegenseitiges Verständnis.
Der Ansatz des Wertekreises
Der Wertekreis ist ein praktisches Werkzeug für die Wertearbeit.
Er besteht aus klar benannten Werten, die über Karten, Spiele und Gesprächsimpulse sichtbar gemacht werden.
Ziel ist es, Werte nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern sie konkret erfahrbar und besprechbar zu machen.
Der Wertekreis unterstützt Menschen dabei, Antworten auf Fragen zu finden wie:
- Was ist mir wichtig?
- Welche Werte prägen mein Handeln?
- Was gibt mir Orientierung?
- Was stärkt mich?
- Wie möchte ich mit anderen umgehen?
Wodurch unterscheidet sich der Wertekreis?
Der Wertekreis ist:
- kein Persönlichkeitstest
- kein Assessment
- kein Bewertungssystem
Es gibt keine richtigen oder falschen Werte.
Der Wertekreis schafft einen strukturierten Gesprächsrahmen, in dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden dürfen.
Dadurch entsteht Orientierung, ohne Menschen zu bewerten oder einzuordnen.
Anwendungsfelder der Wertearbeit mit dem Wertekreis
Der Wertekreis wird in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt.
Besonders bewährt hat er sich in der Schulsozialarbeit, in Schulen, in Gruppen und bei der persönlichen Reflexion.
Wertearbeit in Schulen und der Schulsozialarbeit
Wertearbeit unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, sich selbst besser kennenzulernen und Orientierung zu entwickeln.
Sie fördert Reflexion, Perspektivwechsel und Dialog.
Beispiel: Selbstwirksamkeit stärken
Eine Schulsozialarbeiterin arbeitet mit Jugendlichen, die wenig Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben.
Mit Hilfe des Wertekreises reflektieren die Jugendlichen ihre persönlichen Werte und entdecken eigene Stärken und Ressourcen.
Dadurch entstehen neue Perspektiven und mehr Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.
Wirkung
Jugendliche erleben mehr Selbstwirksamkeit und gewinnen Orientierung für ihren weiteren Weg.
Beispiel: Konflikte verstehen
In einer Schulklasse kommt es wiederholt zu Konflikten.
Mit Hilfe des Wertekreises reflektieren die Schülerinnen und Schüler, welche Werte ihnen wichtig sind, beispielsweise:
- Respekt
- Gerechtigkeit
- Zugehörigkeit
- Freiheit
Die unterschiedlichen Perspektiven werden sichtbar und besprechbar.
Wirkung
Die Gespräche schaffen Verständnis und eröffnen neue Lösungswege.
Wertearbeit im persönlichen Alltag
Wertearbeit hilft Menschen dabei, Entscheidungen bewusster zu treffen und innere Konflikte besser zu verstehen.
Beispiel
Eine Person sagt häufig „Ja“, obwohl sie eigentlich „Nein“ sagen möchte.
Durch die Arbeit mit dem Wertekreis wird sichtbar, dass der Wert „Verlässlichkeit“ sehr wichtig ist, während der Wert „Selbstfürsorge“ wenig Beachtung findet.
Wirkung
Die Person gewinnt Klarheit und kann bewusster entscheiden.
Wertearbeit in Teams und Organisationen
Wertearbeit unterstützt Teams dabei, unterschiedliche Erwartungen und Sichtweisen sichtbar zu machen.
Beispiel
In einem Team entstehen Spannungen, weil einige Mitglieder großen Wert auf Struktur legen, während andere Flexibilität bevorzugen.
Der Wertekreis macht diese Unterschiede sichtbar, ohne sie zu bewerten.
Wirkung
Verständnis wächst und Unterschiede können konstruktiv genutzt werden.
Häufige Fragen zur Wertearbeit mit dem Wertekreis
Was ist der Unterschied zwischen Werten und Zielen?
Werte sind innere Orientierungen, die unser Handeln leiten.
Ziele sind konkrete Ergebnisse, die wir erreichen möchten.
Werte beeinflussen, welche Ziele für uns sinnvoll und wichtig sind.
Warum führen unterschiedliche Werte zu Konflikten?
Konflikte entstehen häufig dann, wenn unterschiedliche Werte oder Bedürfnisse aufeinandertreffen und nicht ausgesprochen werden.
Wertearbeit macht diese Unterschiede sichtbar und besprechbar.
Kann man Werte verändern?
Ja.
Werte entwickeln sich im Laufe des Lebens.
Manche Werte werden wichtiger, andere treten in den Hintergrund.
Wie erkennt man eigene Werte?
Eigene Werte zeigen sich oft in Situationen, die starke Gefühle auslösen.
Zum Beispiel:
- bei Konflikten
- bei wichtigen Entscheidungen
- bei Erfolgen
- bei Enttäuschungen
Wie kann der Wertekreis in der Schulsozialarbeit eingesetzt werden?
Der Wertekreis eignet sich für:
- Einzelgespräche
- Gruppenangebote
- Klassenprojekte
- Berufsorientierung
- Konfliktbearbeitung
- Projekte zur Persönlichkeitsentwicklung
Er unterstützt dabei, Gespräche zu vertiefen und Orientierung zu fördern.
Fördert Wertearbeit die Selbstwirksamkeit von Jugendlichen?
Ja.
Wenn Jugendliche ihre Werte, Stärken und Ressourcen bewusster wahrnehmen, erleben sie häufig mehr Vertrauen in ihre eigenen Möglichkeiten.
Dadurch kann Selbstwirksamkeit gestärkt werden.
Ab welchem Alter eignet sich der Wertekreis?
Der Wertekreis kann ab etwa 8 Jahren eingesetzt werden.
Die Methoden lassen sich an Alter, Entwicklungsstand und Situation anpassen.
Für wen ist der Wertekreis geeignet?
Der Wertekreis eignet sich für:
- Schulsozialarbeiter*innen
- Lehrkräfte
- Kinder und Jugendliche
- Familien
- Teams
- soziale Organisationen
- Einzelpersonen
Wie läuft eine Wertearbeit mit dem Wertekreis konkret ab?
Zu Beginn werden Werte ausgewählt, die für eine Person oder eine Fragestellung relevant erscheinen.
Anschließend werden diese Werte reflektiert, priorisiert und miteinander in Beziehung gesetzt.
Der strukturierte Rahmen unterstützt sowohl die persönliche Reflexion als auch den Dialog in Gruppen.
Ist der Wertekreis wissenschaftlich fundiert?
Der Wertekreis basiert auf bewährten Ansätzen der Werteforschung, dialogischen Praxis und systemischer Arbeit.
Impulse aus den Cultural Transformation Tools (CTT) nach Richard Barrett sowie aus lösungsfokussierten und NLP-basierten Methoden fließen in die Haltung und Struktur ein.
Der Wertekreis ist jedoch eine eigenständige Entwicklung von Stefan Zollondz.
Über den Autor
Stefan Zollondz ist Diplom-Sozialarbeiter (FH) und Entwickler des Wertekreises.
Seit mehr als 30 Jahren begleitet er Menschen in Sozialer Arbeit, Sozialmanagement, Bildung und Wertearbeit.
Der Wertekreis entstand aus dem Wunsch, Werte sichtbar und besprechbar zu machen – einfach, alltagsnah und ohne komplizierte Modelle.
Heute wird der Wertekreis unter anderem in der Schulsozialarbeit, in Schulen, sozialen Organisationen und Gruppen eingesetzt.