Zwei Hände halten ein Pappschild mit der Aufschrift „WHAT NOW?“ in schwarzer Schrift – als Symbol für Orientierungslosigkeit, Neubeginn oder Entscheidung.

Da bin ich mir nicht sicher - und das ist okay!

Kennst du diesen Moment?

Jemand stellt dir eine Frage und du spürst sofort:

“Ich weiß es nicht.”

Oder vielleicht:

“Noch nicht.”

Vielleicht geht es um eine Entscheidung.

Um eine Beziehung.

Um deine Zukunft.

Oder einfach um die Frage:

Was ist dir wirklich wichtig?

In unserem Alltag entsteht oft der Eindruck, wir müssten sofort eine Antwort haben.

Eine Meinung.

Eine Haltung.

Eine Entscheidung.

Doch genau hier liegt die besondere Kraft einer unscheinbaren Karte aus dem Wertekartenspiel:

„Da bin ich mir nicht sicher.“

Warum Unsicherheit wichtig ist

Nichtwissen wird oft als Schwäche betrachtet.

Dabei kann es etwas ganz anderes sein:

Ein Anfang.

Denn Unsicherheit schafft Raum.

Raum für Neugier.

Raum für neue Perspektiven.

Raum für Entwicklung.

Wer sich nicht sofort festlegen muss, kann genauer hinschauen.

Kann nachspüren.

Kann entdecken, was wirklich wichtig ist.

Eine Karte, die entschleunigt

Wenn Menschen das Wertekartenspiel spielen, passiert bei dieser Karte oft etwas Besonderes.

Das Gespräch wird langsamer.

Offener.

Ehrlicher.

Plötzlich muss niemand mehr so tun, als hätte er bereits eine Antwort.

Die Karte erlaubt zu sagen:

Ich weiß es gerade noch nicht.

Ich möchte darüber nachdenken.

Ich bin noch unterwegs.

Und genau darin liegt ihre Stärke.

Fragen, die weiterführen

Wenn eine Wertekarte bei „Da bin ich mir nicht sicher“ landet, geht es nicht darum, die Unsicherheit möglichst schnell aufzulösen.

Spannender sind Fragen wie:

  • Was brauche ich, um mir klarer zu werden?
  • Was könnte mir helfen, eine Antwort zu finden?
  • Welche Erfahrungen beeinflussen meine Unsicherheit?
  • Welche Perspektiven habe ich vielleicht noch nicht betrachtet?

So entsteht Reflexion statt Bewertung.

Und Entwicklung statt Druck.

Eine einfache Übung für Gruppen

Nutze die Karte einmal bewusst als Gesprächseinstieg.

Jede Person zieht eine Wertekarte.

Dann beantwortet sie die Frage:

Wo bin ich mir in Bezug auf diesen Wert noch nicht sicher?

Und vielleicht noch:

Was macht diese Unsicherheit mit mir?

Oft entstehen daraus überraschend ehrliche Gespräche.

Denn viele Menschen merken:

Sie sind mit ihren Fragen nicht allein.

Sicherheit entsteht nicht durch schnelle Antworten

Manchmal glauben wir, Sicherheit entstehe durch Klarheit.

Doch oft entsteht sie durch etwas anderes:

Durch die Bereitschaft, Fragen auszuhalten.

Hinzuschauen.

Zu lernen.

Und sich Zeit zu geben.

Vielleicht ist „Da bin ich mir nicht sicher“ deshalb keine Zwischenstation.

Sondern ein wertvoller Ort.

Ein Ort, an dem Entwicklung beginnt.

Eine Frage zum Schluss

Bei welchem Wert würdest du heute sagen:

Da bin ich mir nicht sicher.

Und was könnte passieren, wenn du dir erlaubst, genau dort noch ein wenig zu bleiben?


Foto: Jeff Stapleton | Pexels.com

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