Der Mut, das eigene Potenzial sichtbar zu machen
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Wert der Woche: Der / die Beste sein
Viele Kinder und Jugendliche erleben heute Leistungsdruck.
Sie vergleichen sich mit anderen, zweifeln an ihren Fähigkeiten oder machen ihre eigenen Stärken klein.
Dabei steckt in jedem Menschen etwas Besonderes.
Talente.
Fähigkeiten.
Ideen.
Stärken.
Der Wert „Der / die Beste sein“ wird dabei oft missverstanden.
Es geht nicht darum, besser als andere zu sein.
Es geht darum, das Beste von sich selbst zu zeigen.
Sichtbarkeit statt Vergleich
Vielleicht kennst du diesen Gedanken:
Ich weiß, dass da etwas in mir steckt – und ich möchte, dass es gesehen wird.
Genau darum geht es.
Menschen möchten zeigen, was sie können.
Nicht aus Ego.
Sondern aus Freude.
Aus Stolz.
Aus dem Wunsch, gesehen und ernst genommen zu werden.
Wenn dieser Wunsch keinen Raum bekommt, passiert oft das Gegenteil:
- Kinder ziehen sich zurück.
- Jugendliche zweifeln an sich.
- Erwachsene machen sich klein.
- Talente bleiben unsichtbar.
Wenn wir dagegen sagen:
Zeig dich. Du darfst. Du sollst sogar.
Dann entsteht Entwicklung.
Dann wächst Selbstvertrauen.
Dann wird Selbstwirksamkeit erlebbar.
Was bedeutet das für die Schulsozialarbeit?
Viele Kinder und Jugendliche sprechen selten über ihre Stärken.
Oft fällt es ihnen leichter zu benennen, was nicht funktioniert.
Der Wertekreis kann dabei helfen, den Blick auf Ressourcen und Potenziale zu richten.
Die Frage lautet dann nicht:
Was kannst du nicht?
sondern:
Was steckt bereits in dir?
Genau hier beginnt häufig der Weg zu mehr Selbstwirksamkeit.
Von 1 bis 10: Wie sichtbar bist du?
Eine einfache Skalierungsfrage kann helfen, darüber ins Gespräch zu kommen.
Zum Beispiel im Einzelgespräch, in einer Gruppe oder in der Schulsozialarbeit.
Frage:
Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie sehr zeigst du anderen, was du gut kannst?
- 1 = sehr wenig
- 10 = sehr viel
Anschließend können Fragen folgen wie:
- Was ist schon gut an deiner aktuellen Zahl?
- Was hilft dir dabei, dich zu zeigen?
- Was müsste passieren, damit du einen Punkt höher kommst?
- Wer unterstützt dich dabei?
Wichtig ist:
Es gibt kein richtig oder falsch.
Es geht nicht um Leistung.
Es geht um Entwicklung.
Mit dem Wertekreis arbeiten
Du kannst diese Reflexion auch mit dem Wertekreis verbinden.
Nimm die Wertekarte „Der / die Beste sein“ und lege sie nacheinander in die sechs Bereiche des Wertekreises.
Frage dich:
- Wo zeige ich bereits, was in mir steckt?
- Wo halte ich mich noch zurück?
- Was würde mir helfen, sichtbarer zu werden?
- Welcher Wert könnte mich dabei unterstützen?
So entstehen neue Perspektiven auf die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Ein Impuls zum Schluss
Sich zu zeigen bedeutet nicht, sich beweisen zu müssen.
Sich zu zeigen bedeutet:
Ich bin da. Und ich habe etwas zu geben.
Gerade Kinder und Jugendliche brauchen Menschen, die ihre Stärken wahrnehmen und ihnen zutrauen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Manchmal beginnt Selbstwirksamkeit mit einer einfachen Erkenntnis:
In mir steckt mehr, als ich bisher gezeigt habe.
Weiterführend
👉 Einsatzbereich: Selbstwirksamkeit stärken
👉 Mehr Infos für Schulsozialarbeiter*innen
Foto: Perro Cacahuate | Pexels.com