Wertearbeit im Kollegium – Vom Leitbild zur gelebten Kultur
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Wertearbeit mit Kindern ist kraftvoll.
Aber ehrlich?
Die größere Herausforderung sind oft wir Erwachsene.
Denn wir reden über Haltung.
Doch wir handeln aus Gewohnheit.
Das Leitbild ist nicht die Realität
Viele Schulen haben starke Leitbilder:
Wertschätzung.
Transparenz.
Verantwortung.
Partizipation.
Und gleichzeitig höre ich in Lehrerzimmern:
„Dafür habe ich keine Zeit.“
„Die da oben entscheiden sowieso.“
„Mit dieser Klasse geht das nicht.“
Hier zeigt sich etwas Entscheidendes:
Die formulierten Werte sind nicht immer die gelebten Werte.
Und das ist kein Vorwurf. Das ist menschlich.
Denn – wie es im NLP heißt:
„Die Landkarte ist nicht das Gebiet.“
Jede Lehrkraft erlebt Schule anders.
Jede bringt eigene Erfahrungen, Überzeugungen und Prägungen mit.
Wenn wir das nicht bewusst machen, reden wir aneinander vorbei.
Kultur entsteht im Zwischenraum
Kultur entsteht nicht durch Beschlüsse.
Sie entsteht im Alltag.
Im Tonfall einer Besprechung.
Im Umgang mit Fehlern.
In Konfliktsituationen.
In der Art, wie Leitung geführt wird.
Und hier wirken Werte – ob wir wollen oder nicht.
Deshalb beginne ich in Kollegien oft mit einfachen Fragen:
- Welche Werte sind dir persönlich im Schulalltag besonders wichtig?
- Wo erlebst du Spannungen zwischen Anspruch und Realität?
- Auf einer Skala von 1–10: Wie sehr leben wir als Kollegium Wertschätzung?
Diese Fragen öffnen Räume.
Die fünf Freiheiten im Kollegium
Virginia Satir formulierte die „Fünf Freiheiten“.
Zum Beispiel:
Die Freiheit zu sagen, was du fühlst und denkst.
Die Freiheit, um der eigenen Interessen willen Risiken einzugehen.
Stell dir vor, diese Freiheiten wären im Kollegium wirklich lebendig.
Wie würden Konferenzen aussehen?
Wie würden Konflikte verlaufen?
Wie würde Führung erlebt werden?
Wertearbeit bedeutet nicht Harmonie.
Sie bedeutet Klarheit.
Und Klarheit schafft Vertrauen.
Widerstand ist Feedback
In Veränderungsprozessen höre ich oft:
„Das Kollegium zieht nicht mit.“
„Es gibt Widerstand.“
Aus systemischer Perspektive ist Widerstand kein Problem.
Er ist Information.
Im NLP heißt es:
Es gibt kein Versagen, nur Feedback.
Wenn ein Kollegium blockiert, lohnt sich die Frage:
Welche Werte fühlen sich bedroht?
Wo fehlt Sicherheit?
Wo fehlt Beteiligung?
Wertearbeit macht diese Dynamiken sichtbar – ohne Schuldzuweisung.
Vom Nebeneinander zum Miteinander
Wenn Kollegien ihre Werte bewusst klären, verändert sich etwas:
- Gespräche werden ehrlicher.
- Konflikte werden verstehbarer.
- Entscheidungen werden nachvollziehbarer.
- Führung wird transparenter.
Nicht, weil alle einer Meinung sind.
Sondern weil Unterschiede benannt werden dürfen.
Und genau das ist gelebte Kultur.
Meine Einladung an dich
Wenn du Teil eines Kollegiums bist:
Wann habt ihr zuletzt nicht über Organisation gesprochen, sondern über Werte?
Nicht abstrakt. Sondern konkret:
- Welche Werte tragen uns wirklich?
- Welche stehen unter Druck?
- Welche wollen wir stärken?
Vielleicht beginnt eure nächste Schulentwicklung nicht mit einem Konzept.
Sondern mit einem ehrlichen Gespräch.
Wenn du Lust hast, so einen Prozess in deinem Kollegium anzustoßen oder Erfahrungen teilen möchtest, melde dich gerne bei mir.
Ich freue mich auf Austausch.